PFAS sind überall – in Pfannen, Outdoorjacken, Verpackungen und inzwischen auch in fast jedem Wasser. Weil sie in der Natur kaum abgebaut werden, heißen sie „Ewigkeitschemikalien“. Hier erfährst du, was dahintersteckt.
Was sind PFAS?
PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylverbindungen – eine Gruppe von mehr als 10.000 industriell hergestellten Chemikalien. Ihr Markenzeichen ist die extrem stabile Kohlenstoff-Fluor-Bindung. Genau diese Stabilität macht sie nützlich (wasser-, fett- und schmutzabweisend) – und zum Problem: Sie zerfallen in der Umwelt praktisch nicht.
Warum „Ewigkeitschemikalien“?
Weil sie sich nicht abbauen, reichern sich PFAS über Jahrzehnte in Böden, Gewässern, Tieren und im menschlichen Körper an. Einmal freigesetzt, bleiben sie. Die kleinste und mobilste Vertreterin, Trifluoressigsäure (TFA), ist heute in nahezu allen Wässern nachweisbar – auch in Mineralwasser, wie der aktuelle ÖKO-TEST zeigt.
Wie kommen PFAS ins Wasser?
- Industrieabwässer und Produktionsstandorte
- Löschschaum (z. B. auf Flüghäfen und Übungsplätzen)
- Klärschlamm und gedüngte Felder
- Abbau von Pflanzenschutzmitteln und Kältemitteln (TFA) – teils über die Atmosphäre und Regen
Sind PFAS gesundheitsschädlich?
Die Forschung verbindet eine dauerhafte, hohe PFAS-Aufnahme u. a. mit Effekten auf das Immunsystem, den Cholesterinspiegel, die Schilddrüse und die Fortpflanzung. Mehrere deutsche Behörden (Bundesinstitut für Risikobewertung, Umweltbundesamt) bewerten TFA als sehr langlebig, fortpflanzungsgefährdend und sehr mobil und haben eine Gefahreneinstufung bei der EU-Chemikalienagentur (ECHA) beantragt. Wichtig: Von einzelnen Spurenmessungen geht keine akute Gefahr aus – es geht um die Langzeit-Summe.
Die neuen EU-Grenzwerte ab 2026
Die EU-Trinkwasserrichtlinie (EU) 2020/2184 führt erstmals verbindliche PFAS-Grenzwerte ein, die in den Mitgliedsstaaten ab dem 12. Januar 2026 gelten:
| Parameter | Grenzwert |
|---|---|
| PFAS gesamt | 0,5 µg/l |
| Summe von 20 besonders relevanten PFAS | 0,1 µg/l |
Für Mineralwasser gibt es bislang keinen eigenen PFAS-Grenzwert – ÖKO-TEST orientiert sich deshalb am Trinkwasserwert.
Was kannst du tun?
- Trinkwasserwert kennen: Dein Versorger veröffentlicht regelmäßig Analysewerte.
- Filtern: Aktivkohle- und besonders Umkehrosmose-Filter können viele PFAS deutlich reduzieren.
- Quellen meiden: beschichtete Pfannen bei Beschädigung ersetzen, PFAS-freie Outdoor- und Kosmetikprodukte wählen.
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Quellen: EU-Trinkwasserrichtlinie (EU) 2020/2184; Umweltbundesamt & Bundesinstitut für Risikobewertung zu TFA/PFAS; ÖKO-TEST „Stilles Mineralwasser“ (Jahrbuch 2026). Keine medizinische Beratung.
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