„Ursprünglich rein“ – so bewerben Hersteller ihr Mineralwasser. Der ÖKO-TEST von 53 stillen Mineralwässern zeigt: Das stimmt längst nicht immer. In 21 Wässern trübten Chrom(VI) oder Arsen den Genuss, und die PFAS-Verbindung Trifluoressigsäure (TFA) war in fast allen nachweisbar.
- 53 stille Mineralwässer getestet – mehr als die Hälfte schneidet „sehr gut“ ab.
- In 11 Wässern wurde Chrom(VI) abgewertet, dazu Arsen in zwei Produkten.
- TFA (PFAS) war in fast allen Wässern messbar, in 7 sogar „erhöht“.
- Die günstigsten Sieger kosten 0,19 €/Liter – trotzdem ist Leitungswasser mit 0,3–0,5 Cent/Liter um ein Vielfaches günstiger.
Worum ging es im Test?
ÖKO-TEST kaufte 53 stille Mineralwässer aus dem gesamten Bundesgebiet ein – darunter fünf Bio-Wässer und zehn, die als geeignet für Säuglingsnahrung ausgelobt sind. Im Labor wurde auf Schwermetalle, Chrom(VI), Arsen, Nitrat, Benzol, Pestizid-Abbauprodukte, Süßstoffe, PFAS und gesondert auf Trifluoressigsäure geprüft, dazu eine mikrobiologische Untersuchung. Die Preise reichten von 19 Cent bis 1,23 Euro pro Liter.
Problem 1: Chrom(VI) und Arsen
Auf dem Weg durch die Gesteinsschichten reichern sich im Wasser natürliche – oder menschengemachte – Schwermetalle an. In elf Mineralwässern wies das Labor Chrom(VI)-Gehalte nach, die ÖKO-TEST abwertet. Chrom(VI) ist nach EU-Chemikalienverordnung als krebserregend eingestuft. Besonders stark belastet: Emsland Quelle Naturelle und Thüringer Waldquell Still. Arsen – ein giftiges Halbmetall – wurde in der Emsland Quelle und im Bio Kristall Still abgewertet.
Problem 2: PFAS / TFA in fast jedem Wasser
Trifluoressigsäure (TFA) zählt zu den per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) – den „Ewigkeitschemikalien“. In fast allen getesteten Produkten fand das Labor zumindest Spuren, in sieben überschritt allein der TFA-Gehalt bereits die ab 12. Januar 2026 geltende EU-Höchstmenge für „PFAS gesamt“ (0,5 µg/l). Deutsche Behörden (BfR, UBA) stufen TFA als sehr langlebig, fortpflanzungsgefährdend und sehr mobil ein.
Weitere Mängel
- Keime: In Bio Kristall Still und Frische Brise Reinbeker Klosterquelle „stark erhöhte“ Gesamtkeimzahlen.
- Nitrat: Im als Säuglingswasser beworbenen Volvic über der Hälfte des Grenzwerts.
- Pestizid-Abbauprodukte in fünf, Süßstoffe in zwei Wässern – beides kein natürlicher Bestandteil.
Testsieger: günstig kann sehr gut sein
Der Preis sagt wenig über die Qualität. Mehrere Discounter-Wässer für nur 0,19 €/Liter erhielten das Gesamturteil „sehr gut“:
| Wasser | Anbieter | Preis/L | Urteil |
|---|---|---|---|
| K-Classic Still | Kaufland | 0,19 € | sehr gut |
| Quellbrunn Naturell | Aldi Nord & Süd | 0,19 € | sehr gut |
| Saskia Still | Lidl | 0,19 € | sehr gut |
| Surf Still | Norma | 0,19 € | sehr gut |
| Ja! Still | Rewe | 0,19 € | sehr gut |
Die Verlierer
| Wasser | Anbieter | Urteil | Hauptmangel |
|---|---|---|---|
| Emsland Quelle Naturelle | Vivaris | ungenügend | Chrom(VI) stark erhöht, Arsen |
| Frische Brise Reinbeker Klosterquelle | Hansa | ungenügend | Chrom(VI), Keime |
| Gut & Günstig Still | Edeka | ungenügend | Chrom(VI), TFA erhöht |
| Naturalis Still | Netto | ungenügend | Chrom(VI), TFA erhöht |
| Bio Kristall Still | Neumarkter Lammsbräu | mangelhaft | Arsen, Keime |
| Thüringer Waldquell Still | Thüringer Waldquell | mangelhaft | Chrom(VI) stark erhöht |
Der Preisvergleich, der alles ändert
Selbst das günstigste Flaschenwasser kostet 0,19 €/Liter – das teuerste 1,23 €. Leitungswasser liegt in Deutschland bei 0,3 bis 0,5 Cent pro Liter. Flaschenwasser ist damit rund 40- bis 250-mal teurer – plus Schleppen, Pfand und Verpackung. Und: Auch im Mineralwasser steckt häufig TFA.
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Quelle: ÖKO-TEST, „Stilles Mineralwasser“, Jahrbuch für 2026 (Erstveröffentlichung ÖKO-TEST Magazin 7/2025). Testmethoden & Anbieterverzeichnis unter oekotest.de/J2510. Abwertungsgrenzen teils von ÖKO-TEST festgelegt. Diese Zusammenfassung dient der unabhängigen Einordnung; alle Rechte am Test liegen bei ÖKO-TEST.
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